Adam Falkenstein

Adam Falkenstein (*17. September 1906 in Planegg †16. Oktober 1966 in Heidelberg) studierte in München und Leipzig die Fächer Orientalistik, Islamwissenschaft, Klassische Philologie und Alte Geschichte. Danach promovierte er 1929 in Leipzig zu „Die Haupttypen der sumerischen Beschwörung“. 1933 habilitierte er sich in München und lehrt dort bis 1937 als Privatdozent, wonach er, vermutlich auch aufgrund seiner kritischen Haltung gegenüber den Nazis, nach Berlin wechsele und sich umhabilitierte. Am 1. April 1940 wurde Adam Falkenstein Mitglied in der NSDAP. Im Mai 1940 übernahm Falkenstein offiziell die Lehrstuhlvertretung an der Universität Göttingen von Wolfram von Soden und wurde im August 1940 zum planmäßigen außerordentlichen Professor in Göttingen ernannt. Jedoch wurde er schon Mitte Mai 1940 in den Kriegsdienst eingezogen, weswegen er erst nach Kriegsende und Freilassung aus britischer Kriegsgefangenschaft im März 1947 seine Lehrtätigkeit in Göttingen aufnehmen konnte. Seine Lehre und Forschung wurde durch die Zerstörung der Bibliothek des Vorderasiatischen Seminars und seiner Privatbibliothek während des Krieges erschwert. 1949 wechselte er nach Heidelberg, wo er zuerst als außerplanmäßiger Professor dann als Professor arbeitete und die Leitung des Instituts für Orientalistik bis zu seinem Tod übernahm. Unter seiner Leitung wurde die Heidelberger Assyriologie wieder neu belebt. Am 16. Oktober 1966 starb Adam Falkestein im Alter von 60 Jahren in Heidelberg.

In Göttingen vollendete Falkenstein sein zentrales Werk, die zweibändige „Grammatik der Sprache Gudeas von Lagasch“ (Rom 1949/50), ein Werk, welches die Kenntnisse der sumerischen Grammatik immens erweiterte und Falkensteins Forschungsschwerpunkt, die Sumerologie, unterstrich. 1959 veröffentlichte Falkenstein das „Handbuch der Orientalistik“ (Leiden 1959), eine kurzgefasste Darstellung der sumerischen Sprache und ihrer Geschichte. Der erste Teil einer umfassenden Bearbeitung der Inschriften Gudeas von Lagaš, eines der Lebenswerke Falkensteins, wurde kurz vor seinem Tod 1966 veröffentlicht. Obwohl Falkensteins Schwerpunkt der Sumerologie galt, beschäftigte er sich ebenfalls intensiv mit dem babylonischen Ritual, der Akkadistik und Semitistik, der altmesopotamischen Geschichte und Mythologie, sowie dem Keilschriftrecht und der Vorderasiatischen Archäologie. Falkenstein publizierte über 170 Werke, die weitere wichtige Einzelbeiträge zur sumerischen Grammatik, zum Akzent im Sumerischen, zur sumerischen Lexikographie durch unzählige Bestimmungen von Wortbedeutungen und zur Datierung der sumerischen literarischen Kompositionen umfassten, und wirkte an zahlreichen weiteren mit.

Darüber hinaus war Falkenstein Mitglied in den Akademien der Wissenschaft zu Heidelberg und Göttingen, ein korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Societas Orientalis Fennica in Helsinki und gehörte mehreren Beiräten und Ausschüssen, wie dem DAI, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, an. Adam Falkenstein genoss, menschlich wie auch wissenschaftlich, ein hohes Ansehen bei seinen Kollegen.